Wünsche an das Internet für 2010

Liebes Internet,

du bist mir schon eines, dich so zu verändern mit den Jahren! Du warst mal innovativ und kreativ und kommunikativ und revolutionär, so technisch gesehen, und gabst zu den allerbesten Hoffnungen Anlass.

Reiß dich doch dieses Jahr einfach mal zusammen und mach mal halblang. Mehr so retro, verstehst du?! Weniger Marketing, deutlich weniger Marketing wünsch ich mir, jedenfalls in deinen Journalismus-, Politikerprofilierungs- und Beratersektoren. Oder mach eine Bezahlabteilung dafür auf, die man einfach ignorieren kann. Da können sie sich alle gegenseitig referenzieren und sich ihren Holzmedien-/Newblogger-Profilierungsmüllberg, mit oder ohne neues Buch, gegenseitig vor die Türe kippen.

Lies bitte richtig, liebes Internet, ich will nicht weniger Journalismus lesen/sehen/hören/interaktivieren, sondern weniger über denselben. Danke.

Räume bitte auch mal in den Social Media auf. Da ist doch weniger mehr, oder? Also ich meine jetzt nicht weniger Angebote – im Gegenteil. Meinetwegen deutlich mehr Systeme, damit man nicht überall dabei sein muss, um mit „seinen Leuten“ in Kontakt zu bleiben. Das klingt wie ein Widerspruch, muss aber keiner sein. Irgendeine technische Lösung wird sich da ja wohl finden lassen. Ein Profil, in dem nur von mir zugelassenen Kontakte einzelne zu- und abwählbare Informationen einsehen und/oder bearbeiten können, das jedoch nach außen hin kontaktierbar und referenzierbar ist, reicht mir da vollkommen aus. Aber bitte nicht nur einen Anbieter, tausende bitte, konkurrierende, die kein Interesse daran haben, sich die Daten gegenseitig zuzuspielen oder zu verkaufen.

Und dann, liebes Internet, mach was in Sachen Medienkompetenz für Bedürftige, also Kinder, Jugendliche, ältere Bürger, Studenten, Behörden und Politiker. Sie alle bedürfen deiner, ob sie es wissen, sich für kompetent halten, irgendwas darin machen, was sie für hip halten oder nicht – rette sie vor der digitalen Schere und rette uns vor ihren Internet-Greueltaten im Web und in der „realen“ Welt, die auch 2010 kein rechtfreier Raum werden sollte, bitteschön.

Mit diesen Wünschen, liebes Internet, überfordere ich dich, ich weiß. Mach also, was du kannst, so gut es eben geht. Ich versuch das ja auch ;-) Ich setze meine Hoffnungen in dich, als Medium für Kreativität und Kommunikation, ein bisschen Homeshopping und gute und schnelle Information.

Lass uns einfach wieder mal ein gutes Jahr haben, du, liebes Internet.

Dein Andersen
02.01.2010

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