keine fragezeichen, nr. 3

super ergebnisse. viel gelacht. wenig verstanden. humor in der postmoderne halt. halt. reicht auch jetzt. zusammenfassendesn statement des werkstattleiters: 10 minuten lang. redet gern der mann. er redet gern. musste er schlucken als er es zum ersten mal vor teilnehmerinnen auf das brot geschmiert bekam. das ist eine metapher. da hat niemand etwas auf irgendwelche kornprodukte gestrichen. auf das brot geschmiert bekommen heißt übertragen: deutlich klar gemacht mit überlängegefühl des vorgeführten. eben nicht: da steht die butter, sondern: ich streich die hier mal breit und das streichfett bist du. dabei hatte er gerade mal zwei stunden am stück geredet. hatte das allerdings dialog genannt, das war es vielleicht. wurde auch erst beim dritten mal gesagt und die verantwortliche hatte ja vorher das alles schon zweimal gehört. in der selben monologlänge dann wohl doch. hat er dran zu knabbern. männer reden ja nicht gern und nicht gern viel. er ist ein mann. na toll.

metaphern verselbstständigen sich gerade in der gesellschaft. werden gern für bare münze genommen. eine, des metapherns unfähige, journalistin sagt im radio, es entstünde eine neue werkhalle, spatenstich sei am soundsovielten. weil die ja in einem spatenstich entsteht, ist ja klar. und den macht kein geringerer als der ministerpräsident der herzen selber. der baut das land höchstpersönlich auf. höherpersönlicher geht gar nicht. symbolischer erster spatenstich, das was sie hätte meinen müssen, wenn sie gekonnt hätte, ist wie ein band durchschneiden auf einer straße. das band hat da genausoweinig verloren wie die schere und die schneider. auf einer straße, ein breites rotes band. schlagbaum durchsägen, das wär was. ziellinien überfahren, höchstpersönlich mit der staatskarosse. aber das ist denen entweder zu modern oder zu protzig oder zu prollig oder nicht scheiß-auf-die-metapher-komma-mach-das-wie-immer—punkt-die-verstehen-das-doch-nicht genug. und wie man sieht, stimmt, nicht mal die radiodame versteht das. spatenstich ist im garten jeden frühling und herbst. aber garten, das ist für die sicher was altes, mit geröll planiertes, wo was altes wieder hingestellt wird, damit da nichts mehr neues passiert. keine schau. gartenschau. immer neue alte opern für betuchte kulturtouristen, da steht jetzt was davor. ein riegel in menschenform.

gegenüber steht ein schloss. keine metapher. da wo er herkommt ist das schloss eine metapher. da steht ein kasten. hier steht ein schloss. japanische touristen kommen. man muss aus dem bild vorbeigehen. aus dem video wahrscheinlicher. machen japaner noch bilder. wenn dann hologramme. kommt bei uns auch bald in zehn jahren. kommt bei uns im land der erfinder immer alles später. selbst er kommt immer öfter zu spät. weil alles egaler wird. wegen des geldes. in dieser provinz ist das so: alles was sich nicht in massen verkauft, ist so gut wie nicht existent. kannst du nicht erwerben, wird vom markt gedrängt, bevor es ihn erreicht. da kannst du nachfragen wie du willst. wen auch. du kannst zehn sorten natives extra jungfräuliches olivenöl in den supermärkten finden, aber nicht ein raffiniertes. für jeden geldbeutel das immer gleiche, massenkompatibele. aufmerksamkeitsökonomie. oder kolonialisierung des geistes. du kaufst das was gerade im fokus ist. was das ist, erfährst du aus den medien für massen oder in massen aus den medien für nieschen. ist egal. dann eben social-media-marketing. probiert er gleich mal aus: ‚wo kann ich in mv raffiniertes olivenöl kaufen‘ als tweet und statusupdate. da ist er aber gespannt.

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