Breitband, Opennet und Muse beim Webmontag/-dienstag in Schwerin

Webmontag war gestern (18.09.) in Schwerin. Der wievielte eigentlich? Moment, schnell mal bingen… webmontag schwerin, erster Eintrag funzt: http://webmontag.de/location/schwerin/index. Steht aber nicht da, wie oft in Schwerin schon an einem Dienstag gewebmontagt wurde.

Muss Twitter helfen. twitter.com/andersenstorm. Ich twittere 14:18 MESZ: “Der wievielte Webmontag war das gestern eigentlich in Schwerin? #webmsn” und warte auf eine Antwort. Die kommt prommt von @niklas_jordan: “Ich glaube der 6., aber sicher bin ich mir nicht. #webmsn”. So läuft das. In Echtzeit. 14:24 Uhr. 14:30 Uhr sagt @webmontag_sn: “am 17.01.2012 war der erste Webmontag in Schwerin #webmsn /mm”. Soll ich jetzt die Monate zählen oder war das einer á la: Der wievielte ist heute? Neujahr war der erste! Weiß ich jetzt nicht. Ist ja auch nicht wichtig. Wichtig ist: auch wenn Webmontage in Schwerin auf Dienstage fallen, ist das Breitbandweb in Quasi-Echtzeit bei uns.

Allerdings ist das breitbandige Web nicht bei allen in MV. Das weiß niemand besser als Bernd Holter von eGo-MV, dem Zweckverband Elektronische Verwaltung. Da gibt es die Koordinationsstelle Breitband für Mecklenburg-Vorpommern und die koordiniert “in Abstimmung mit dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz und dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus … die Breitbandversorgung für unterversorgte Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern.” (http://ego-mv.de/index.php?id=37)

Aber was heißt schon versorgt und was unterversorgt und wer interessiert sich dafür, wie der Breitband-für-alle-Ausbau in MV vorwärtsgeht, wenn der sowieso nur größergleich 2 MBit bedeutet. Können wir so leben? Ja. Wollen wir das? Niemals. Ohne Breitband ist nicht mal der Webmontag im Ruderhaus. Der hat ein mobiles Wlan. Dank Micha. Dabei ist das alles ganz einfach: http://ego-mv.de/fileadmin/Daten_Projekte/Breitband/Dokumente_allg/Ablauf_Foerdergeschehen.pdf

So einfach, dass es gute Gründe zu geben scheint, unterbesiedelte und überschuldete Kommunen unterversorgt zu lassen. Kann Herr Holter, der Zweckverband, die Kommunen, das Land und auch der Bund nichts für, das muss der Markt regeln. Macht er auch. Nur nicht so, wie das die Menschen dort brauchen. Lässt der Markt einfach mal die Finger davon.

Wer kann das ändern? Die EU. Die kann das Ganze dem Markt wieder aus den Fingern nehmen und als Pflichtaufgabe der Daseinsfürsorge dem Staat als Aufgabe übertragen. Dann geht’s. Woanders läuft das anders. “Schweden, die USA und Großbritannien führen den Web Index an, ein Ranking, mit dem die Web-Entwicklung in einem Land abgebildet werden soll. Deutschland belegt Rang 16″, sagt dieser spon-Artikel mit dem Titel “Deutschland ist nicht Internet-Spitze” zum Web-Entwicklungsindex. Klar ist das was anderes als Breitbandausbau, da sind noch der Gebrauch (User und Inhalte) und die Bedeutung für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik eingerechnet. Abzulesen ist allerdings die Bedeutung, die Politik und Verwaltung Zugangsgerechtigkeit zum Internet beimessen. Und das beim herrschenden Bildungsparadigma. Zumindest ist nicht konsistent. Vorsichtig gesprochen. Gut den Vortrag gehört zu haben und sich selbst ein Bild machen zu können.

Können wir Webmontagsmaler was daran drehen? Bürgermeister überreden, Anträge einzureichen soll helfen. Also los! Bürgermeisterpatenschaften übernehmen ;-) “Selber machen”, sagen Matthias Meißner und Gèrard Kühnel und stellen den Opennet Initiative e. V. vor. Der Anfang 2005 gegründete Verein Opennet Initiative will freie und offene Kommunikationsinfrastrukturen fördern und setzt dabei auf WLAN-Technik und die Vernetzung von Dach zu Dach, Haus zu Haus und Schweriner Dom zu Hundorf. Löst jetzt nicht die Breitbandversorgungsproblematik in MV, aber trägt ein kleines Stück dazu bei, Menschen zu verbinden und den Zugang zum breitbandigen Internet gerechter zu machen. Cool. Und funktioniert am Markt vorbei. Und es kann jeder mitmachen. http://wiki.opennet-initiative.de/wiki/Hauptseite

War noch was? Klar war noch was: Martin Molter (der hier) hat den Webmontag a-muse-iert. Oder ge-muse-t? Oder hat er einfach ein Tool zum grafischen Entwickeln von Websites vorgestellt? Ja, hat er. Danke dafür. (Design, wo war das noch mal gut für?)

@webmontag_sn schiebt jetzt (14:37 Uhr) noch eine Erinnerung hinterher: “Jetzt! in den Kalender eintragen: 16.10. Webmontag in Schwerin #webmsn #savethedate”. Recht hat er. Retweeten. Fertig.

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