Bevor ich es vergesse Nr. 74 – Midwife Beggars

Der Song zum Hebammenprotest. Text: Bianca Kasting, Musik: Andersen Storm (cc 2014)

Infos zur Hebammenunterstützung gibt es in allen Medien und unter www.hebammenunterstuetzung.de

Download: Andersen_Storm-Midwife_Beggars.mp3 (cc 2014)

 

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3 Gedanken zu „Bevor ich es vergesse Nr. 74 – Midwife Beggars“

  1. Vielen Dank, dass ihr euch immer noch diesem Thema annehmt.
    Meine 3 Kinder habe ich zu Hause mit einer der letzten Hebammen geboren, die noch in Bremen bereit waren, das „Risiko“ einzugehen. Die 3. Geburt war vorher klar, eine Todgeburt. Trotzdem hat sie mich begleitet, auch im Trauerprozess. Durch die Ruhe unter der Geburt und den Umgang nach der Geburt mit meinem Toten Kind konnte ich die Trauer sehr viel besser bewältigen, als viele andere Frauen, die das ganze im Krankenhaus durchgemacht haben. Ich bereue keine der Geburten zu Hause, kenne aber viele Frauen, die dieses Glück einer Hausgeburt nicht erleben durften und nachhaltig traumatisiert wurden. Schade, denn eine Geburt ist etwas ganz natürliches und nichts krankhaftes, was nur im Krankenhaus vernünftig und sicher erfolgen kann. Die Kosten für die Geburt und die Bereitschaft meiner Hebamme musste ich teilweise selbst tragen, da meine Krankenkasse diese nicht übernehmen wollte. Im Krankenhaus wird ein vielfaches der Gelder für eine Geburt und Bereitschaftsdienste ausgegeben. Mir drängt sich der Gedanke auf, dass unser Gesundheitssystem Geburten bewusst als risikobehaftet stigmatisiert, um die Krankenhäuser u.a. mit Gebärenden regelmäßig zu füllen (Kundensicherung). Es gibt natürlich viele Gebärende, die im Krankenhaus gebären müssen, dafür sind Krankenhäuser gut und unersetzlich, aber es sind eben eigentlich nur wenige Gebärende, die das wirklich müssen. Geburten sind das natürlichste auf der Welt. Wir Menschen haben es geschafft, auch ohne Krankenhäuser Kinder zur Welt zu bringen und das sogar viele Jahrtausende lang ohne auszusterben! Vielleicht sollte mal darüber nachgedacht werden, unser System, auch aus Kostengründen zu reformieren und Frauen wieder zu ermutigen, insbesondere in städtischen Ballungsgebieten, zu Hause zu gebären. Hier sind die Krankenhäuser in so großer nähe, dass es kein Risko ist, zu Hause zu gebären. Aber solange die Hebammen, die sich dazu bereit erklären systematisch „ausgerottet“ werden, indem die Versicherungen unbezahlbar werden, solange sind wir weit entfernt davon unseren Säuglingen und der Mutter nach der Geburt wirklich das zu geben, was sie zu bekommen verdient hätten: Intimität, Ruhe und ungestörtes Mutterglück.

    Das wünsche ich allen, die nicht soviel Glück hatten wie ich, überall! Viel Erfolg!

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