„Alles was kaputt gehn kann 2017“ by Andersen Storm

Mehr als 20 Jahre danach war mal eine Aktualisierung des Textes fällig. Der meint immer noch das Gleiche, aber subtiler. Das wird ja so gern genommen heute. Oder warte mal… Egal. Here it is, in German language.

„Alles was kaputt gehn kann 2017“
Text/Musik/Gitarre/Stimme/Aufnahme: (c) Andersen Storm 2018

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20180305.2022

Wenn man alten Gulasch aus der Soße nimmt und mit Gewürzen bis zur Unkenntlichkeit aufbrät und dann mit Tzatziki und Weißkrautsalat aus dem Supermarkt kombiniert, kann man ihn an mich immer noch als Gyros verkaufen. Macht der Fleischer um die Ecke jedenfalls so. #leckergehtanders

20180304.1823

Schreibblockaden überwinden

Als erstes muss man, wenn man Schreibblockaden überwinden will, erst einmal eine haben. Wer eine Schreibblockade hat, weiß was er schreiben will, kann das aber nicht tun. Weil er eben eine Schreibblockade hat. Wem der Kopf so leer ist, dass er nichts aufzuschreiben weiß, ansonsten aber schreiben kann, hat eine Denkblockade, aber keine Schreibblockade. Eine Schreibblockade zeichnet sich dadurch aus, dass man etwas schriftlich mitteilen will, es aber nicht kann, obwohl man die Inhalte beschreiben kann. Sonst ist es keine Schreibblockade, sondern etwas anderes.

Ist die erste Bedingung erfüllt, also sichergestellt, dass es sich um eine Schreibblockade handelt und eben nur das Schreiben blockiert ist, sind weitere Bedingungen abzuklären. Hat man denn Zeit und Hilfsmittel, um die schriftlich mitzuteilenden Gedanken aufzuschreiben? Wird man durch die Pflicht, andere Tätigkeiten zeitgleich ausführen zu müssen, am Schreiben gehindert? Keine Zeit, etwas aufzuschreiben? Nimm dir die Zeit. Geht das nicht, ist die Schreibblockade unüberwindbar. Dann kann man aufhören, diesen Text zu lesen. Er wird nicht helfen können. Wozu dann weiterlesen?

Hat man sich die benötigte Zeit zum Schreiben verfügbar gemacht, suche man die erforderlichen Hilfsmittel zusammen. Zum Schreiben braucht man zwei Hilfsmittel, wovon eines jeweils ein Medium ist. Wir beschreiben immer Medien. Oder anders ausgedrückt: Alles was man physisch beschreibt, wird so zu einem Medium. Das kann ein Blatt Papier sein, aber auch eine Datei, deren Daten unter anderem gerade auf dem Display in Textform abgebildet werden. Es kann eine Glasscheibe, eine Autotür, kurz – ein Medium kann alles sein, dass Schriftzeichen abbilden kann. Man braucht auch immer ein Hilfsmittel, das die Schriftzeichen erzeugt, da wir ja nicht in Schriftzeichen denken und sprechen können, und das, obwohl wir in der Lage sind, in Buchstaben und Ziffern zu denken und zu sprechen. Verrückt. Dieses Hilfsmittel kann ein Stift sein, ein Blei- oder Grafitstift, ein Buntstift, einen Filzschreiber, ein Kugelschreiber, ein Füllfederhalter, ein Kratzgriffel, ein Finger, mehrere Finger, mehrere Stifte, ein Pinsel, ein Stock, um nur einige Hilfsmittel analoger Art zu nennen. Es kann natürlich auch die Tastatur eines Computers sein, deren elektrische Impulse digitalgewandelt vom Computer in einem Wortprozessor verarbeitet werden. Ein Schreibprogramm halt.

Wenn man ein Hilfsmittel und ein dazu passendes Medium hat, kann man jetzt mit dem Schreiben beginnen. Vorausgesetzt, man hat einen Text, den man aufschreiben will. Bei mir entsteht der Text oft erst direkt im Schreibprozess. Der Inhalt ist in Form eines Konzeptes oder einer Idee dann schon im Kopf oder auch außerhalb desselben irgendwo fixiert. Kurz vor dem Setzen der Schriftzeichen durch Benutzen der Hilfsmittel und Medien, kommt der Befehl, in Wortform im Gehirn aufgezeigt, an die beteiligten Körperteile. Sagen wir mal die Hände, die auf einer Computertastatur herumklimpern. Zielgerichtet versteht sich. Passiert das nicht, kann es sich um eine Schreibblockade handeln.

Wie überwinden? Das ist ja, laut Überschrift, der Sinn, die Idee dieses Textes, zu erläutern, wie man Schreibblockaden überwindet. Jetzt muss man also feststellen, ob nur das Verfertigen von Schriftzeichen blockiert ist, oder ob der Körper generell die vom Gehirn derzeit zugeteilte Arbeit verweigert. Ist letzteres der Fall, handelt es sich nicht um eine Schreibblockade, sondern um eine Arbeitsverweigerung der zum Schreiben erforderlichen Gliedmaßen oder Sprechwerkzeuge, falls man eine Sprache-zu-Text-Eingabesoftware benutzt.

Ist tatsächlich nur das Schreiben blockiert und wirklich keine andere Körperfunktion, dann, und nur dann, handelt es sich um eine echte Schreibblockade. Man kann malen, aber nicht schreiben. Man kann kritzeln, rumsauen oder unverständliches aufs Medium projizieren, aber halt nicht schreiben. Das ist dann eine Schreibblockade. Die ist aber, in dieser, ihrer so isoliert auftretenden Form, äußerst selten und muss, wenn sie nicht von selbst innerhalb kürzerer Zeit verschwindet, unbedingt ärztlich behandelt werden.

Schreibblockaden überwindet man mit Hilfe von Ärzten.

So einfach ist das.

Denkblockaden allerdings, ja, da sieht es schon ganz anders aus. Denkblockaden sind gar nicht Gegenstand dieses Textes. Damit muss jeder allein klarkommen.

Andersen Storm, 20180304,1823

Bevor ich es vergesse Nr. 10X, Lied: Halt dich von mir fern

(c) Andersen Storm 2018, Text/Musik/Record

Dürrenmatt hatte das erstaunliche Konzept, dort Kunst zu machen, wo es keiner erwartet: im Kriminalroman zum Beispiel. (Hat sich nicht durchgesetzt, siehe irgendeinen Tatort.) Ich gehe noch einen Schritt weiter und mache da Kunst, wo es keinen interessiert. Crazy radikal!

Andersen Storm: „Halt dich fern“

 

Before I forget it also: Yes she can

If you would like to know why we don’t have a government yet in Germany, I would answer you using a four year old poem written by me. Today I set it new to music. Yes she can. (c) Andersen Storm, 2013

 

20180113.0950 

Diese Weltfremdheit als journalistische Attitüde geht mir langsam sowas von auf den Senkel. Echt, “die junge Frau arbeitet mit dem mobile phone derart intensiv, dass sie es sogar in Ihren Alltag integriert hat“? (Gerade gehört im Deutschlandfunk.) Dieser Satz einer jungen Journalistin diskreditiert den gesamten Beitrag, der insgesamt nicht schlecht intentioniert sein mag.  Allerdings, dieser offensichtlich nicht redigierte, weltfremde Blick auf die Gesamtangelegenheit, nervt mich so sehr, dass ich auch dem Rest nicht glauben mag. Diese Art Journalismus ist für mich tot. Wenn “Mach dich mit keiner Sache gemein“ bedeutet: Mach dich mit der Welt insgesamt, so wie du sie vorfindest nicht gemein, hat diese Haltungslosigkeit eben auch Konsequenzen. Hier den kompletten Verlust der Glaubwürdigkeit. Schade um solche Talente. Und Pfui solchen Mentoren. Verantwortungslos.

20171019 16:24

Eine persönliche Meinung: Ich halte Ankündigungen nicht wirklich für Nachrichten. Nur ganz selten einmal, wenn es ganz sicher und sofort wichtig ist, sonst ist es journalisitsches Filterversagen und PR. Meine Meinung ganz privat. Aber es gibt ja auch noch mehr journalistische Formate als Nachrichten. Da passen Ankündigungen dann genauso hinein wie Wünsche und Vorstellungen usw. Tue Gutes und lass andere reden! Tue Gutes und rede darüber! Nicht: Rede Gutes und rede darüber!

20170921, 17:24

Es gibt Leute

Es gibt Leute die würden.
Es gibt Leute die würden, wenn sie könnten.
Es gibt Leute die würden, wenn sie wüssten, dass sie könnten.
Es gibt Leute die würden, wenn sie dürften.
Es gibt Leute die würden, wenn sie wüssten, dass sie dürften.
Es gibt Leute die würden, wenn sie wollten.
Es gibt Leute die würden, wenn sie wüssten, dass sie wollen könnten.
Es gibt Leute die würden, wenn sie müssten.
Es gibt Leute die würden, wenn sie wüssten, dass sie müssten.
Es gibt Leute die würden, wenn es lohnte.
Es gibt Leute die würden, wenn sie wüssten, dass es lohnen würde.
Es gibt Leute die würden, wenn dies oder das.
Es gibt Leute die würden, wenn sie wüssten, dass dies oder das.
Es gibt Leute die machen. Die darüberstehenden lieben sie dafür.
Und hassen sie.

(Aber so etwas würde ich nie schreiben. Es lohnte nicht.)