In der Medienbildung sind die Kinder oft die Erfahrenen, die Unerfahrenen verhindern sie oft noch. Beispiel: Licht mit Sprache steuern

Ein Kind, das jetzt in meiner Wohnung aufwüchse, würde schnell lernen, dass man das Licht genau und sehr differenziert mit der Stimme steuern kann, am Lichtschalter aber nur zwei Zustände je Lampe einstellen kann: einhundert Prozent an oder einhundert Prozent aus. Mit der Stimme gehen aber auch da Reduzieren um 75 Prozent oder Sonnenuntergang oder einfach Licht an Sagen für Festbeleuchtung. 

Weil das in meiner Wohnung wahr ist, würde das Kind diese Gewissheit gegen andere Kinder und Erwachsene verteidigen. Die würden andere Erfahrungen haben und nicht auf dem Stand des Kindes sein. 

Wenn man weniger Licht braucht, müsse man eine Glühlampe mit weniger Leistung installieren, würden die Erwachsenen sagen. Etwas ungeheuerlich Umständliches und dummes, wenn man einfach sagen kann: Himmelblau im Wohnzimmer an, Sonnenuntergang in der Küche an,  Flur an usw. 

Werden unsere Kinder nicht dumm/faul/fett, wenn sie keine Glühbirnen mehr wechseln, sondern auf dem Sofa liegend Licht mit der Stimme steuern, riefen die Politiker. 

Was für kluge, fitte Kinder aber, die so jung schon wissen was passieren muss und wird, wenn das Licht bei uns fünfzig Prozent heller werden soll.

Andersen Storm, 2017-06-30

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#hamper day1

Schwerin, 2017-05-14 11:22 

Erster Impuls: chinesische Weisheiten. Auch die längste Reise beginnt – mit der Vorbereitung. Oder war es doch der erste Schritt? Der ist gemacht. Die Wohnung sicher verlassen, Straßenbahn, Zug nach Hamburg. 

Zweiter Impuls: Irgendwas mit Hin und zurück, den Beutlins, Herder-Ringe. Irgendwas, dass in der Wortspielkasse klingelt und später Raum für Anspielungen und Metaphern lässt. Hätten die Bewohner von Mittelerde Handys besessen, allein schon wegen der Akku-Probleme, kennten wir ihre Saga nicht.

Hamburg, 2017-05-14 16:43 

In der Luft, auf dem Weg nach Perth, Westaustralien. Noch geht es bergauf, noch haben wir die Reisehöhe nicht, die Wolken allerdings sind schon unterm Flieger. Das jedenfalls zeigt die Außenbordkamera auf dem Display am Sitz vor mir. Es wird zunehmend kälter in der Kabine. Obwohl Kabine – Wartebaracke träfe es besser. So eine Boeing 777 ist nicht gerade klein. Dennoch gelingt es den Airlines, sie zu eng zu bestücken und voller Reisende zu stopfen. Nachher, in sechs Stunden in Dubai, zum Zwischenstopp, geht’s dann im einen Airbus. Das ist allerdings auch nur ein Flugzeug, allerdings zweistöckig. Ich trockne mir die Füße außerhalb der Schuhe, bis sich einer bei der Stewardess beschwert. Bis jetzt ist es noch nicht soweit. Den Reisepass habe ich griffbereit. Man weiß ja nie, in welcher Höhe man zum auszusteigen gezwungen wird. Mit einbisschen Glück erst wieder sehr kurz über dem Boden. 

Ich sitze außen in einer linken Dreierreihe. Die Gänge sind sehr schmal gehalten.  Da kann man auch mal die Beine ausstrecken, hieß es. Ja, aber auch nur kurz, denn die Gänge werden gut genutzt. Am Fenster sitzt ein älterer Mann im Muskelshirt und hustet und schnaubt. Das ist weniger schön, aber nicht zu beeinflussen. Der mittlere Sitz ist, wie es die App beim Buchen voraussagte, frei. Das ist angenehm.
Die Bahnfahrt war angenehm und pünktlich. Zum Gepäckaufgeben war ich sogar zu früh. Online-Checkins erweisen sich immer wieder als wertvolles Feature. Apropos Englisch: da habe ich doch im letzten halben Jahr Fortschritte in meinem App-Online-Kurs gemacht. Das Flughafenenglisch der Airline habe ich trotzdem nicht verstanden. Bisher. Tag Eins. Da geht ja vielleicht noch was. Die Schuhe habe ich wieder an, es wurde frisch. Alles gut also. 

Zeit für einen Tomatensaft. Rotwieblut. Besser einen Rotwein. Oder nein, ein Wasser tut es auch. Ok, es sollte ein Kaffee werden. We’ll see, wie der App-Engländer sagt. There is no. Gibt nur Kaltes. Das auch nur sparsam. Aber immerhin mehr als die einhundert Milliliter der EU-Flugkontrollen. 150 ml. Hammer. Trink ich direkt aus. Da gibt es ausnahmsweise noch eines. Whisky und Rotwein und Wasser allerdings für meinen Nachbarn sind kein Problem. 

Draußen sind nur noch -56 Grad. Vorhin waren es noch -65. Es wird etwas wärmer in der Kabine. 

Dubai hat in der Nacht mich 31 Grad, aber das ist schon ein anderer Tag.

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19: Kurzkrimi

Ich sitze und trauere dem vor mir gegangenen Zug nach. Zeit zu verschwenden. Dabei knabbere ich an einem Dürüm. Erst kommt eine Dohle, dann ein Sperling. Kommen näher, entfernen sich wieder. Dann kommt eine Taube. Kommt näher, kommt nah, flattert vor meinem Kick davon. Noch einmal. Geht um mich herum, noch einmal. Fliegt auf, kommt wieder. Noch eine, noch eine. Mehrere. Dann die erhellende Lautsprecherdurchsage: Bitte achten Sie auf ihr Gepäck! War klar. Eine Gang. 

Andersen Storm

2017-05-10.16:57

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Bevor ich es vergesse Nr. 93

Andersen Storm liest Songtexte. Heute: „Glöckchenleuten“. Kennt ihr bestimmt…

 

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Mein Insta-Account

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so mittel

Ich mein‘: geht das noch, mit fünfzig?

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„Profipresse“ als Verteidigungsbegriff keine gute Idee

DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall schlägt in einer Pressemitteilung „Mit Profipresse gegen Lügenpresse“ vor, dem ideologischen Kampfruf einen positiven Begriff entgegen zu setzen: Profipresse eben. Halte ich für keine gute Idee.

Die Linie zwischen etischem und unethischen Verhalten als Journalist findet sich nicht in der Abgrenzung des professionellen (beruflich agierenden) Journalisten vom Amateur-Journalisten (nichtberuflich agierend, Freizeit- oder Bürger-Journalist), sondern darin, ob der Journalist nach Pressekodex agiert oder nicht.

Die Professionalität einer Tätigkeit ergibt sich aus der angenommenen oder nachgewiesenen Erfahrung und erwerbsmäßigen Tätigkeit dabei. Es gibt auch professionell-manipulierende Tätigkeitsprofile im Umfeld des Journalismus, bei denen unter Umständen das Ziel einer Berichterstattung partiell wichtiger sein könnte als der Pressekodex. Denken wir da nur fiktiv an eine Agentur, die den Ruf ihrer Kunden im journalistischen Umfeld aufbessern wollte.

Professionalität ist nicht der Schlüssel zu etischen Verhalten. Sie ist noch nicht einmal eine Voraussetzung dazu, denn auch Studierende, Quereinsteiger und Amateure sind in der Lage, sich an den Pressekodex zu halten, auch ohne geschäftsmäßig zu agieren und ihre „Ware“ Journalismus professionell an Verlage (Presse) zu vertreiben. Dabei geht es weiterhin um Ethik und Verantwortung.

„Profipresse“ eignet sich nicht, dem Begriff Lügenpresse etwas Positives entgegen zu setzen. Einfach keine gute Idee.

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Tea-Tipp des Tages

Tea-Tipp des Tages:

Bei heißem Wetter den Tee vor dem Trinken etwas abkühlen lassen! So hält auch die Vorfreude länger.

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Besuchsversuch von Fensterscheibe vereitelt

Gestern Abend versuchte mich ein Vögelchen zu besuchen. Es hatte offenbar Glas noch nicht kennengelernt und versuchte mehrfach durch das geschlossenen Fenster in die Wohnung zu kommen. Dann setzte es sich gegenüber auf einen Zweig und guckte. Enttäuscht, sage ich mal. So geht es halt nicht!

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Bevor ich es vergesse Nr. 88, Zwischenruf

Ein Zwischenruf zur Satirefreiheit. Enthält „Die Kandisbruzzlerin“ © Andersen Storm 2016

http://bevorichesvergesse.de/wp-content/uploads/2016/04/20160406_biev_88.mp3 

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Bevor ich es vergesse Nr. 87

„Sehr“ lässt sich nicht mehr steigern. Macht aber nichts. Die Welt ist so, dass ich „sehr“ auch mal steigern wollen würde. Mach ich aber nicht. Frühling kommt…ich hab so ’ne Ahnung. (© Andersen Storm 2016)

 

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Meine Gretchenfrage zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern ist in diesem Jahr Landtagswahl. Was immer euch auch jemand erzählen möchte der gewählt werden will, man kann die Aufgaben von heute nicht mit den Methoden von gestern lösen und glauben man sei für die Zukunft gut aufgestellt. Geld im Sparstrumpf nützt niemandem! Investiert das Geld in die digitale Bildung der Kinder, der Jugendlichen, der Erwachsenen, der Senioren! Das zu unterlassen heißt, das Versagen von Politik und Gesellschaft von morgen vorzuprogrammieren. Kann man tun, muss man aber nicht! Auch hier in Mecklenburg-Vorpommern wird die Zeit nicht zurückgedreht. Das fühlt sich nur so an. Meine Gretchenfrage zur Landtagswahl ist also: Wie hältst du’s mit der digitalen Bildung? Ich werde niemanden wählen, der eine Gruppe der Bevölkerung aus der digitalen Bildung ausschließen will und dann immer noch behauptet, für soziale Gerechtigkeit sorgen zu wollen. Das ist nicht nur vorgestrig, das ist schäbig.

Also Parteien: Wie haltet ihr es mit der digitalen Bildung?

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DAS INTERNET ist kein beknackter Ort

So, muss jetzt mal raus: DAS INTERNET ist kein Ort sondern ein (all)umfassender Raum. Da gibt es beknackte Orte und wunderschöne und welche in allen Schattierungen von Grau und überall halten sich Menschen auf. Wenn also Menschen an beknackten Orten in outer spaces Menschen an beknackten Orten im Internet doof finden, dann hat das sowenig mit DEM INTERNET zu tun wie mit DEM PLANETEN ERDE. Es bleiben beknackte Orte in beiden (all)umfassenden Räumen.

Oder anders herum: IM INTERNET ist eine, ebenso Größenordnungen außerhalb der eigenen Erlebbarkeit umfassende, Ortsbezeichnung wie AUF DEM PLANETEN ERDE. Und es sagt ja auch niemand an beknackten Orten (analoge Redaktionsstuben zum Beispiel, mit Online-Anbindung, aber ungern): Guck mal was für’n Quatsch AUF DER ERDE gerade Thema ist! Dann, bitte schön ihr unterqualifizierten Infotainment-Apostel, sagt auch nicht: das oder dies sei IM INTERNET Thema, sondern macht euch die Mühe und beschreibt die Orte, an denen es so ist. Alles andere ist dummes Gefasel.

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Bevor ich es vergesse Nr. 84 – Satellit

Satellit. Du. Ich. Wir nicht. © Andersen Storm, 2015

 

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Buntstifte mitbringen

Ich mache gerade einen Kurs bei dem man Buntstifte mitbringen muss. Wozu? Richtig, um Schwarzweiß-Kopien auszumalen.

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Webmontag bei den Mandarinen

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im neuen Domizil am Schweriner See in der Mueßer Bucht. Ein Blick aus dem „Meetingraum oben“. #webmsn
webmontag-schwerin.de

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Ein IMPRO-TEXT-PERIMENT am 15.04. in Schwerin

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Das *Ministerium für Satz, Bau und Zeichen* trifft das Berliner *Theater ohne Probe* (ToP) Die Ministerialverdammten Andersen Storm und Michis Welt des MfSBZ lesen und singen sich durch alle TABUS während der Berliner Improprofi Thomas Jäkel ToP dazu improvisiert. Am 15. April 2015 – 19 Uhr – erstmals an neuer Location – ehemals Tinto (Pfaffenstraße 8; Schwerin)  jetzt 7Sieben! Eintritt 10,- Euro –

www.mfsbz.de –
https://www.facebook.com/events/1590034751235410/

 

Nachtrag:
Wir waren im Spiegel. Im 7sieben.

mfsbzim7sieben20150414

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Ein inspirierender Ort

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Nur so’n Gedanke

Ist doch irgendwie typisch, dass die Leute ihre Bar Celona und Bara, aber nicht Barei nennen wollen.

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Webmsn zum Thema Podcasting

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Heute war Schweriner Webmontag zum Thema Podcasting. Da war doch mal was, ich komm nicht drauf…

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